Tabea Rößner

Tabea Rößner

Mitglied des Deutschen Bundestages

Ausschuss für Kultur und Medien
Sprecherin für Medien, Kreativwirtschaft und Digitale Infrastruktur

Es geschah an einem lauen Frühlingsabend. Ich war auf dem Weg vom Reichstag ins Büro und lief die Spree entlang, als ich zufällig auf einen Mann aus meinem Wahlkreis traf, den ich flüchtig kannte. Er schlug mir vor, ein Glas Wein zu trinken, und wir kehrten in einer nahegelegenen Kneipe ein. Das Gespräch war nett, doch je später der Abend wurde, desto näher kam mir der Bekannte. Als ich aufbrach, bestand er darauf mich zur S-Bahn zu geleiten. Jedoch stellte ich am Bahnhof Friedrichstraße fest, dass keine Bahn mehr fuhr. Nun war der Bekannte nicht gerade schüchtern und bot mir kurzerhand an, dass ich in seinem Hotelzimmer nächtigen könnte.

Ich lehnte das Angebot dankend ab. Um die Situation nicht noch unangenehmer werden zu lassen, rannte ich zum Taxistand – der Bekannte begleitete mich auch dorthin – und ich steuerte auf das einzige Taxi zu in der Hoffnung, dass mir nicht jemand zuvorkam. Ich erreichte das Taxi, verabschiedete mich kurz und war froh, als mich das Taxi aus dieser doch etwas heiklen Situation heraus manövrierte. Der Taxifahrer hatte meine hastige Verabschiedung beobachtet und fragte, ob alles okay sei. Wir kamen ins Gespräch, und der aufmerksame Taxifahrer bot mir an, mich zu einem Café zu bringen, das zu nachtschlafender Zeit noch geöffnet hatte, falls ich dies wünschte. Er wollte eh eine Pause einlegen.

Also trank ich mit dem Taxifahrer nachts um halb drei noch einen Kaffee, und wir redeten über dies und das. Als er mich schließlich nach Hause brachte, fragte er, warum ich ausgerechnet auf sein Taxi zugesteuert sei. Da hätten doch ganz viele gestanden… Die hatte ich vor Aufregung schlichtweg nicht gesehen.